Math. Kompetenz & Zweisprachigkeit
Der Zusammenhang zwischen mathematischer Kompetenz und Zweisprachigkeit bei türkisch–deutschen Grundschulkindern Mathematikkompetenz basiert häufig auf sprachlicher Modellierung von Zusammenhängen zwischen Grössn. Fortgeschrittene Sprachkompetenz ist daher wichtig für die schulische Leistungsentwicklung. |
In einer Studie mit türkischstämmigen bilingualen und deutschen monolingualen Drittklässlern testeten wir, ob und inwieweit sich Sprachkompetenz in der Erst- und Zweitsprache auf das Lösen von mathematischen Sachaufgaben auswirkt. Dabei wurde zum einen die Annahme Cummins' (1979) überprüft, wonach
nicht nur die Kompetenz in der Instruktionssprache, sondern auch die in
der Erstsprache schulische Leistungen beeinflusst. |
| Zum anderen überprüften wir, ob Kinder mit Kompetenz in mindestens zwei Sprachen kognitive Vorteile im Vergleich zu monolingualen Altersgenossen besitzen (siehe Bialystok, 2001). |
| Hierzu präsentierten wir den monolingualen und bilingualen Drittklässlern in Einzelsitzungen mündlich Sachaufgaben auf Deutsch bzw. auf Deutsch und Türkisch. Dabei wurde der Schwierigkeitsgrad durch die Einbettung von Distraktoren in die Aufgaben variiert. |
| Entgegen der ersten Annahme konnte nicht gezeigt werden, dass die Erstsprachkompetenz die Mathematikleistung signifikant beeinflusst. Lediglich für die Kompetenz in der Instruktionssprache sowie für Intelligenz und rechnerische Fähigkeit fand sich ein signifikanter Einfluss. |
| Hingegen konnte festgestellt werden, dass bilinguale Kinder mit sehr guter Sprachkompetenz in mindestens einer Sprache sowohl ihren monolingualen als auch ihren bilingualen Mitschülern mit schwach ausgeprägter Sprachkompetenz bei den Sachaufgaben mit Distraktoren signifikant überlegen waren. Diesen Vorteil führen wir im Sinne Bialystoks auf eine durch die Zweisprachigkeit verbesserte Kontrolle psychischer Prozesse zurück. |
| Unsere Befunde implizieren, dass die Förderung der Instruktionssprache von ausserordentlicher Bedeutung ist. Des Weiteren zeigt sich, dass Zweisprachigkeit auf hohem Niveau nicht nur Kompensation von Nachteilen in der Schulleistungs- Entwicklung verspricht, sondern auch einen nicht unbedeutenden kognitiven Vorteil. |
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Team Dr. Henrik Saalbach (ETHZ) Dr. Ilonca Hardy (ETHZ/Universität Frankfurt) Prof. Dr. Elsbeth Stern (ETHZ)
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